Flutkatastrophe in Mosambik (Teil 2)
Mercy Air leistet Soforthilfe
Die in Mosambik übliche Regenzeit von Oktober bis April fiel Anfang 2026 extrem aus. Nach einem bereits sehr nassen Dezember fiel Mitte Januar in der Limpopo-Gegend innerhalb einer Woche die drei- bis fünffache Menge des durchschnittlichen Niederschlags. Am schlimmsten betroffen waren die Provinzen Maputo und Gaza.
Die Folgen waren verheerend. Strassen wurden weggespült, zahlreiche Ortschaften vollständig abgeschnitten und tausende Häuser zerstört oder überflutet. Über eine halbe Million Menschen war von den Fluten betroffen, viele verloren ihr Leben, wurden verletzt, waren vermisst oder verloren ihre Häuser und Ernten.
Die Regierung Mosambiks rief landesweit die Alarmstufe rot aus, um die Koordination der Soforthilfe zu gewährleisten und möglichst viele Ressourcen auf verschiedenen Ebenen zu mobilisieren. Sie erkannte aber rasch, dass die verfügbaren Mittel zur Bewältigung der Katastrophenicht ausreichten.
Am 16. Januar erhielt Mercy Air eine offizielle Anfrage von der mosambikanischen Regierung, das Land durch Erkundungs-, Versorgungs- und Rettungsflüge zu unterstützen. Innerhalb von 24 Stunden entsandte Mercy Air Schweiz – zusammen mit einem Flugzeug von Mercy Air Südafrika – den Helikopter aus ihrer Basis in Eswatini mit Pilot Säm Lips und zwei Flughelfern. Die Crew war zwei Wochen fast ununterbrochen in der Provinz Gaza im Einsatz, um Menschen aus den Fluten zu retten sowie dringend benötigte Hilfsgüter zu liefern.
Flughelfer Philip Schmied berichtet:
Ein älterer Mann wollte seine Kühe vor dem Wasser in Sicherheit bringen, das immer höher anschwoll und ihn komplett einschloss. Von einem leicht erhöhten Damm, auf den er sich rettete, bargen wir ihn mit dem Helikopter. Leider hat er aber seine Kühe in den Fluten verloren.
Da war auch ein blinder Mann, der von lokalen Hilfskräften aus seinem Haus in ein kleines Boot gerettet wurde. Von da konnten wir ihn mit dem Hubschrauber – über dem Wasser schwebend – hochheben, was sich als recht schwierig erwies, da er ziemlich schwer und unbeweglich war. Zudem trug er noch ein totes Huhn mit sich, das er nicht weggeben wollte. Schliesslich gelang es uns, ihn in den Heli zu bringen. Er hatte keine Ahnung, was vor sich ging, war aber glücklich, wieder im Trockenen zu sein.
Pilot Joel Bärtschi, der den Einsatz von White River, Südafrika aus koordinierte, stand mit einem zweiten Helikopter auf Abruf bereit. So leistete Mercy Air als Himmelsbrücke schnell und unbürokratisch Hilfe.








