Die Good Shepherd Eye Clinic und Mercy Air

Seit 2016 arbeiten wir – die Good Shepherd Eye Clinic – mit Mercy Air und dem Raleigh Fitkin Memorial Hospital zusammen. Unser gemeinsames Ziel: Aus der Luft die Bevölkerung in entlegenen Gebieten Eswatinis (früher Swaziland) mit kostenlosen Kataraktoperationen (Grauer Star) und mit Lesebrillen für Alte zu versorgen. Diese sogenannten „Sicht-Flüge“ (Sight Flights) haben sich als ausserordentlich erfolgreich herausgestellt. Seit 2016 konnten wir 13 Einsatzwochen realisieren.

Zentrales Element der Hilfseinsätze ist der Helikopter der Mercy Air. Er transportiert die Helferteams in vorgängig definierte Gebiete, um dort Menschen zu identifizieren, die an Grauem Star erkrankt sind. Im Anschluss daran organisieren wir für diese Patienten den Transport in die Good Shepherd Eye Clinic, wo die kostenlose Operation erfolgt. Unsere Partner Mercy Air und Raleigh Fitkin Memorial Hospital unterstützen uns ausserdem bei der Verteilung von Lesebrillen für Alte.

Kleines Land, grosse Hürden
Obwohl Eswatini ein kleines Land ist, hat die mehrheitlich ländliche Bevölkerung kaum Zugang zu angemessener augenärztlicher Versorgung. Armut, Behinderungen, Altersgebrechen und Blindheit sind unüberwindbare Hürden auf dem Weg zu medizinischer Hilfe. Das macht soziales Engagement so wertvoll, ja unabdingbar. Erschwerend sind die demografischen Effekte von Aids: Die verwaisten Kinder können nicht von einer Grosselterngeneration aufgezogen werden, die unter Augenkrankheiten und Blindheit leidet.

Die Möglichkeit, die Patienten in ihren Heimatdörfern zu besuchen, ist ein grosses Privileg. Die Tatsache, dass wir dazu einen Helikopter zur Verfügung haben, macht die Hilfseinsätze zu Erlebnissen, die auch Spass und Vergnügen bereiten. Aber nicht nur für die Helfer, auch für die Dorfbewohner sind die Helikopterflüge bzw. –landungen und –starts Höhepunkte, die gefeiert werden. Bis heute haben wir 76 Dörfer in Eswatini angeflogen.
Unser Ziel war und ist es auch, das „Licht Christi“ zu verbreiten, und wir sind überzeugt, dass wir durch das Angebot von Kataraktoperationen nicht nur Augenlicht zurückbringen, sondern auch die Frohe Botschaft und die Liebe Jesu verbreiten.

Vor der Zusammenarbeit mit Mercy Air waren unsere Helferteams auf den Strassen unterwegs. 200 bis 250 Kataraktoperationen konnten so jedes Jahr durchgeführt werden. Bereits 2007 mussten diese Einsätze allerdings eingestellt werden, da sie zu teuer waren und sich eine geplante Kooperation nicht materialisierte. Die Folge waren eine starke Abnahme der Operationen und Zweifel an unserem Anspruch, ein Spital für die Armen zu sein.

Neustart mit Mercy Air
Ein neues Konzept war gefragt: Sicht-Flug beinhaltet unter anderem die Ausbildung von medizinischem Personal, Teambildungsmassnahmen, die Auswahl von lokalen staatlichen Kliniken als Basen für die Helferteams, die Einbindung des Gesundheitsministeriums, welches das Konzept abgesegnet hat, und natürlich als Herzstück die Zusammenarbeit mit Mercy Air und Dr. Roger Pacholka.
Sight Flight wurde 2016 flügge – und das Konzept erwies sich schon im ersten Jahr als unglaublich erfolgreich: 264 Krankenschwestern und Helfer wurden ausgebildet und können Katarakterkrankungen erkennen, 8000 Menschen wurden untersucht, 350 Kataraktoperationen wurden ausgeführt und 5000 Lesebrillen verteilt.

Lesen Sie in der nächsten Flugpost im 2. Teil dieses Beitrags wie dank dem Sicht-Flug-Konzept Effizienz gesteigert und Kosten gesenkt werden konnten.